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Zwischen Burlesque und Ernst Busch – Sylvia Schmid und die Kleine Nachtrevue

Sylvia Schmid ist Leiterin der Kleinen Nachtrevue, einem Burlesque-Theater in der Kurfürstenstraße. Sie hat eine klassische Ballett-Ausbildung, studierte Regie an der HfS Ernst Busch und tanzte in allen Schuppen, die die Republik zu bieten hat. Ein Treffen vor Ort zu einem Gespräch über Ballett, Strip und das Leben als Produzentin im Berliner Showbusiness.

Abbildung zu Der spanische, teutsche, und niederländische Krieg oder: des Marquis von … curieuser Lebens-Lauff, Band 2 (Frankfurt/ Leipzig, 1720), S. 238.

Eine der ersten schriftlichen Erwähnungen eines Striptease findet sich in der deutschen Übersetzung des französischen Buches La Guerre D’Espagne von 1720:

„Am dritten Tag (…) spielte man eine der artigsten Kurtzweil, die Herren zu divertieren; Sie hatten ein solches Spectacul, welches ihren Augen alle Schönheit der Natur vorstellte: und wann die Annehmlichkeiten eines wohlgewachsenen Mädgens fähig sind, die Gemüther zu rühren, so kan man sagen, daß unsere Printzen alle Niedlichkeiten der Liebe genossen. Die Tänzerinnen, um ihren Amant desto besser zu gefallen, zogen ihre Kleider ab, und tantzten gantz nackend die schönsten Entrèen und Ballets; einer von den Printzen dirigirte dann diese entzückende Music, und stunde die Schaubühne niemand als diesen Verliebten offen.“

Ihre biographische One Woman-Show eröffnete Elaine Stritch mit den Worten „It’s like the prostitute once said: It’s not the work, it’s the stairs“. In folgendem Auszug aus dieser Show singt Stritch den Song „Zip!“ aus dem Musical Pal Joey, in dessen Uraufführung sie 1954 mitwirkte. Sie spielte in dem Stück eine Reporterin, die sich an ihre Begegnung mit der intellektuellen Stripperin Gypsy Rose Lee erinnert.