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Das verdächtige Saxophon – eine Begegnung mit dem Musikwissenschaftler Albrecht Dümling

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Ein Gespräch mit dem Musikwissenschaftler, Kritiker und Autor Albrecht Dümling über seinen persönlichen Blick auf die Trennung von „ernster“ und „unterhaltender“ Musik. Gedanken zu Brecht und Schönberg, zur Rolle des Nationalsozialismus (Stichwort „Entartete Kunst“) und zur Wichtigkeit der Trennung der Genres in der GEMA, wenn es um die Bezahlung von Komponist*innen neuer und experimenteller Musik geht.

Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus:

Comedian Harmonists ist nur ein Deckname: alle Sechs sind gute Deutsche, aber die Sehnsucht nach wahrer Kunst) glaubt man den charmanten Jungens mit ihrer liebenswürdigen Frechheit nicht recht. Die Namen der Sänger sind fremd, teilweise unaussprechlich. Sie singen „Stille Nacht“ neben „Onkel Bumba“ und bedauerlich ist nur, dass die Künstler unter dem englischen Namen Comedian Harmonists konzertieren. Er erinnert an die Zeit, als König Jazz die Welt mit seinen unsinnigen Texten und zappelnden Rhythmen zu regieren glaubte. Der Konzertbesuch ist zu teuer, undeutsche Auslandstänze im N****-Rhythmus spielten die Hauptrolle. Kein gesunder Fortschritt in der Entwicklung der Tonkunst, ebenso wenig wie ein Anreiz zur Besserung und Läuterung des musikalischen Geschmacks. Zwischen all diesem Zeug (Schlager!), auch noch Volkslieder. Das ist das Minus, dass sie sozusagen an der Oberfläche des Jazz hängen bleiben.“ (Collage aus negativen Zeitungskritiken der „Comedian Harmonists“ zwischen 1931 und 1933)